WAZ Mülheim - 16.06.2016

 

 

 

 

 

 

 

Hinter Klischees, Schubladendenken und gängige Meinungen setzen die elf Teilnehmer des VHS-Kurses einen Kontrapunkt. Und das gleich mit mehreren Fragezeichen. In ihren Arbeiten treibt die Gruppe ein amüsantes Spiel mit Täuschung und Wahrnehmung.

 

Rund 80 Bilder sind entstanden, die bis zum 30. Juli in der Galerie an der Ruhr im historischen Tengelmann-Stammhaus an der Ruhrstraße 3 zu sehen sind. Eröffnung ist am morgigen Sonntag, 15 Uhr. Galerist Alexander-Ivo Franz stellt dafür das Erdgeschoss zur Verfügung. „Das fand ich sehr mutig, denn er wusste nicht, was kommt“, sagt Kursleiter Ralf Raßloff.

 

Das Wagnis hat sich gelohnt. Die Fotos unterscheiden sich durch komplett verschiedene Ansätze, Herangehensweisen und Ausführungen. Und das alles auf hohem handwerklichen Niveau mit viel Tüftelei – von der Idee bis zum fertigen Bild: Heraus gekommen sind elf Positionen, die allesamt eigenständig sind. Was nicht von ungefähr kommt, schließlich hat der renommierte Foto-Künstler und Kursleiter Ralf Raßloff die Teilnehmer sachte „in die richtige Richtung dirigiert, um die Ideen, die hinter den Bildern stehen, für den Betrachter auch sichtbar zu machen“, sagt Raßloff.

 

An Ideen hat’s den Teilnehmern bestimmt nicht gemangelt. Buntstifte so zu biegen, bis daraus runde, grafische Pop Art-Elemente werden, darauf muss man erst mal kommen. Was Anna-Maria Früh mit einem Bearbeitungsprogramm bestens gelang. In anderen Fotos gibt sie Rätsel auf: Die Abbildungen ergeben Wörter. Ansehnlich Leckeres „serviert“ Renate Beckmann in ihren Such- und Findebildern: „Echt oder fake. . .“, fordert sie zum zweimaligen Hinsehen auf.

 

Zum Nachdenken über den Umgang mit Tieren als Lebewesen und in der Fleischproduktion regt Barbara Rüth in Aufnahmen aus dem modernen Kuhstall an – ganz dokumentarisch und ohne moralischen Zeigefinger am Auslöser.

 

Marlene Lehmkuhl spielt äste-thisch mit der Verfremdung in ihren Natur- und Architekturaufnahmen. Durch die bewegte Kamera zaubert sie Rapsfelder in Lichtmalerei fast abstrakt aufs Bild. Ebenso wie Britta Knappmann, die Lichtstimmungen mit Farbverläufen eingefangen hat und als Kontrapunkt dazu eine realistische Waldaufnahme zeigt.

 

Surreale Stadtansichten präsentiert Uwe Linneweber, dramatisch verdichtet durch eine Schwarz-Weiß-Konvertierung. Die politische Gegenstimme zur gesellschaftlichen Wirklichkeit macht Klaus-Dieter Stalleicken auch an schauriger Kunst fest, die unter sakralen Kirchenfenstern hängt.

 

Die geballten Kontraste, die sich im Ruhrgebiet finden, spiegeln sich in Martin Strathmanns Arbeiten tatsächlich wider. Darin gehen romantische Flussläufe eine harmonische Symbiose vor Industriekulissen ein – trotz aller Kontraste.

 

Nach Ende der Ausstellung in der Galerie an der Ruhr wird sie in der Volkshochschule gezeigt.

 

 

 

Margitta Ulbricht

  


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Ganz großer (Kunst-) Bahnhof in Mülheim

 

Mülheim an der Ruhr: Galerie an der Ruhr / Ruhr Gallery / Kunsthaus Mülheim Ruhrstr.3 |

Ausstellung KONTRA-Punkt: Fulminanter Auftakt in der „Galerie an der Ruhr“ in Mülheim

Zufriedener Ralf Raßloff mit herausragendem Team bei der Vernissage im historischen Stammhaus Tengelmann in der Ruhrstr. 3 in Mülheim.

 

Die Erste Bürgermeisterin Margarete Wietelmann eröffnete die Ausstellung im Kunst-Bahnhof des Mülheimer Kunsthauses in der Ruhrstr.3 / Ecke Delle und konnte ihre Amtskollegin Bürgermeisterin Karin Meincke aus der Nachbarstadt Krefeld und Heinz-Werner Czeczatka-Simon, einen der Mülheimer Bezirksbürgermeister neben vielen Kunstinteressierten begrüßen.

 

Der Mülheimer Fotograf Ralf Raßloff stimmte in die Ausstellung ein und Dr. Martin Strathmann erläuterte Details und Techniken der über 80 Arbeiten.

 

Bei strahlendem Wetter konnten viele Besucher auch die derzeit in der Galerie an der Ruhr laufende Kunstausstellung „Die Flämische Seele“ , die Ausstellung der Mülheimer Kunsthauskünstler in der Belle Etage und die 8 Künstlerateliers im Hause bewundern. Die Kunstmalerin Jutta Dammers-Plaßmann feierte in ihrem neuen Atelier ihr Debüt in der Kunststadt Mülheim und fühlte sich im Kreis der Mülheimer Kunstinteressierten sehr wohl. Bis in den späten Abend wurden angeregte Gespräche geführt.

 

Die Ausstellung mit Arbeiten von Renate Beckmann, Anna-Maria Früh, Michael Jansen, Britta Knappmann, Marlene Lehmkuhl, Uwe Linneweber, Ursula Poths, Barbara Rüth, Klaus-Dieter Stalleicken, Dr. Martin Strathmann und Klaus Wagner. ist noch bis zum 3. Juli 2016 in der Galerie an der Ruhr zu sehen, danach wandert sie in die VHS auf die andere Seite der Ruhr.

Offene Ateliers in der Ruhrstraße 3

 

 

Den Tag der Offenen Ateliers nutzten viele Besucher auch, um sich die Räumlichkeiten des historischen Stammhauses der Tengelmann-Gruppe und das Wohnhaus der Mülheimer Unternehmerpioniere Ludwig Lindgens und Wilhelm Schmitz-Scholl aus nächster Nähe zu besichtigen. Ihre Ateliers hatten geöffnet: Heidi Becker, Jutta Dammers-Plaßmann, Brigitte Zipp, Jürgen Heinrich Block (vertreten durch Ute Eul), Manfred Dahmen, Dov Davids, Aliv Franz und Lukas Benedikt Schmidt.

 

Gruppenbesichtigungen können unter der Rufnummer 0157 3629 5489 angemeldet werden.

 

 

 

Das "Kunsthaus Mülheim Ruhrstr. 3" hat im Juni 2016 das Kunstprojekt "Kunst-Bahnhof Mülheim" gestartet. Zuvor lief das erfolgreiche Kunstprojekt "Nedelmann Kunstmuseum Mülheim" u.a. mit der Ausstellung des Stadtmodells "Colonia Agrippina" von Theo Giesen und die Ausstellung "Die Flämische Seele" im Ausstellungsbereich der Galerie an der Ruhr.