Fotografen

Renate  Beckmann

Zu unserem Ausstellungsmotto: Kontrapunkt habe ich mir als persönlichen Schwerpunkt gewählt: echt oder fake…? 

Dieser Fotokurs wurde für mich im Austausch mit allen Beteiligten zu einer Herausforderung wie –förderung. Die Beschäftigung mit meinem Blickwechsel auf die Dinge meiner Umgebung war spannend. Und wiederholt hat mich dieser Prozess wachsen lassen! Mit Interesse beobachte ich die Wirkung meiner Bilder und freue mich auf die Ausstellung.

Anna-Maria  Früh

EIN THEMA! Was könnte ich dazu machen?

Es beginnt ein Suchen nach Möglichkeiten und eine veränderte Wahrnehmung der Umgebung unter dem Aspekt, etwas zu finden, das dem Thema gerecht wird. Daraus entwickelt sich eine Idee … und noch eine. Oder sollte ich die Aufgabe doch eher ganz anders angehen?

Erst die fotografische Umsetzung zeigt, ob eine Idee optisch wirkt. Versuche werden verworfen, Erkenntnisse reifen, die Arbeit auf gangbare Lösungen verdichtet.

Meine Mitstreiter beim Ausstellungsprojekt haben ganz andere, spannende Ansätze gefunden. Ihre Variationen lassen mich das Thema neu sehen, und diese Vielfalt ist faszinierend und bereichernd.

Michael  Jansen

Fotografieren heißt für mich gestalten. So wie ich meinen Garten in einem immerwährenden kreativen Prozess gestalte, bearbeite und gestalte ich auch meine Fotografien. Eigentlich finde ich meine favorisierten Motive in Natur und Landschaft. Für die Ausstellung "Kontrapunkt" fiel meine Wahl auf alte Bauwerke, die sich in der Fassade eines modernen Gebäudes spiegeln.

Bereichernd und spannend war für mich die Motivsuche zu einem vorbestimmten Thema und der Austausch mit den anderen Teilnehmern der Ausstellung.

Britta  Knappmann

Umgangssprachlich bildet ein Kontrapunkt einen Gegenpol zu etwas anderem. In der Musik werden mehrere Stimmen gleichberechtigt nebeneinanderher geführt.

Die Fotografie hatte über einen langen Zeitraum im Gegensatz zur Malerei nur eine einzige Stimme: sie sollte die Wirklichkeit möglichst scharf und genau abbilden. „Photo-Graphie“ bedeutet aber „Malen mit Licht“. Und so gibt es mittlerweile viele Fotografen, die sich von dem Dogma, alles immer scharf abbilden zu müssen, gelöst haben und die mit ihrer Kamera impressionistische, expressionistische oder auch abstrakte Bilder malen.

Doch ebenso wie die Maler früherer Zeiten, stoßen Fotografen, die unsere Welt kreativ gestalten, heute auf Unverständnis und z.T. heftige Kritik.

Ob Malerei und Fotografie einmal gleichberechtigt nebeneinanderstehen werden, bleibt abzuwarten.

 

Mein Thema „Wald“ zeigt einige Fotos zu diesem KontraO. 

In meinem 2.Thema „Treppenhäuser“ ergeben sich „upstairs“ und „downstairs“ ganz andere (scharfe) Ansichten.

Marlene  Lehmkuhl

In der Musiktheorie ist die einfachste Variante des Kontrapunktes die „Gegenstimme“ zu einer vorgegebenen Melodie.

Für mich wird die Kamera zum Werkzeug der Abstraktion. Durch Drehen, Ziehen oder Schwenken während eines Belichtungs-vorganges entstehen völlig neue Bilderwelten. Bei dieser Art der Fotografie wird die Kamera zum Pinsel und die scheinbar wirklichkeitsgetreue Abbildung geht verloren. Formen und Farben im Bild zerfließen, doch grundlegende Strukturen des Motivs bleiben erhalten.

Dies bedeutet für mich, eine Welt hinter dem „Offen-Sichtlichen“ zu zeigen - mein Kontrapunkt.

UWE  LINnEWEBER

Als Hobby-Fotograph gehe ich gerne am frühen Morgen oder am Abend in eine "fremde" Stadt, um mir ein Bild vom Zentrum zu machen. Als Hattinger/Essener kannte ich von Mülheim bisher nur den Ringlokschuppen, das RRZ, die Stadthalle.

Das, was ich im Foto festhalte, ist meist nicht vorher geplant. Es ergibt sich aus den momentanen Eindrücken. Durch die Schwarz-Weiß-Konvertierung lässt sich das Bild verdichten, konzentrieren, dramatisieren.

Ursula  Poths

Das Foto entdeckt die Welt, so wie ich sie sehe.

Es zeigt Bekanntes in persönlicher Wichtung.

Es zeigt Dinge und Inhalte klarer als in der direkten Konfrontation.

Barbara  Rüth

Mein Beitrag für das Ausstellungsprojekt „Kontrapunkt" der Volkshochschule Mülheim erzählt von Kühen, Maschinen und hochtechnisierter Milchproduktion.

Bilder zu einem bestimmten Thema in einer relativ kurzen Zeit zu erstellen, war für mich eine besondere Herausforderung, die mir viel Spaß gemacht hat und neue Sichtweisen für meine Fotografie eröffnet hat. Danke also an Ralf Raßloff für seine Sicht der Dinge!

Klaus-Dieter  Stalleicken

Kontrapunkt – also eine Gegenstimme. Anders als in der Musik lassen Gegenstimmen in gesellschaftlicher Wirklichkeit oft den Bezug zur Melodie gar nicht mehr erkennen, befinden sich im Streit, im Widerspruch, in der Negation. Entwicklungen der neueren und jüngsten Moderne scheinen mir eher diesen Mustern zu folgen, und es war schon eine Herausforderung, dafür Bilder zu finden. Ohne die Beharrlichkeit der Gruppe und von Ralf Raßloff – auch im geduldigen Einwand – wäre diese „Übersetzungsarbeit“ kaum gelungen.

Martin  Strathmann

Basierend auf dem Ausgangsthema "Kontraste" entstand meine Serie "Spiegelbilder", welche das Aufeinandertreffen konträrer örtlicher Situationen zeigt. Alle Aufnahmen sind im Ruhrgebiet entstanden und verdeutlichen, wie gerade in einem solchen Ballungsraum sehr unterschiedliche Örtlichkeiten zu so gegensätzlichen Motiven führen, dass man kaum meinen möchte, dass diese an der gleichen Stelle entstanden sind. Die verschiedenen Sichtweisen und Herangehensweisen an das Thema im Rahmen des Kurses haben auch zu meiner Themenfindung beigetragen.

Weitere Informationen zu meiner Person und meinen Arbeiten finden Sie unter

www.martinstrathmann.de

Klaus  Wagner

Fotografieren ist für mich Entspannung und Herausforderung zugleich. Auf Erkundungstour vergesse ich die Zeit, versuche interessante Motive aufzuspüren und in Szene zu setzen. Dabei handelte es sich bisher meist um Themen, die in Fotokursen gestellt und „im geheimen Kämmerlein“ besprochen wurden.

Dieses Projekt hat für mich seinen Reiz darin, über einen längeren Zeitraum gemeinsam an einem Thema zu arbeiten und dabei meinen eigenen Ansatz im Zusammenwirken aller herauszuarbeiten. Die gemeinsame Präsentation der Bilder mit der Kritik der Betrachter  stellt für mich den spannenden Höhepunkt dieses Prozesses dar.

Mit meinen silhouettenhaften Bildern habe ich zu einer für mich neuen Bildsprache gefunden. Mittels der Reduktion von Farben und Bildinformationen wirkt das Motiv vom Hintergrund entrückt und scheint etwas mitteilen zu wollen.